Gesetzliche Pflichtversicherung in Österreich 2018

Gesetzliche Pflichtversicherung in Österreich 2017

In Österreich ist die Krankenversicherung eine gesetzliche Pflichtversicherung.

Wer ist versichert

Gesetzlich pflichtversichert sind

  • fast alle unselbständig Erwerbstätigen
  • der Großteil der Selbständigen
  • EmpfängerInnen von Arbeitslosenunterstützungen
  • PensionsbezieherInnen
  • Familienangehörige der genannten Gruppen

Zusätzlich und als Ergänzung für die gesetzliche Pflichtversicherung entscheiden sich viele Patienten in Österreich für eine freiwillige private Krankenversicherung. Das kann für dich vor allem deswegen Sinn machen, da einige Leistungen wie zum Beispiel PrivatärztInnen, Privatspitäler, für Zahnregulierungen, Zahnbrücken, etc. von der Pflichtversicherung nicht bezahlt werden. Zwar bekommst du in der Regel zumindest einen Teil der Kosten von der Krankenkasse zurückerstattet, den Großteil musst du dafür aber selbst zahlen. Hier kann die private Zusatzversicherung von Nutzen sein, da sie die Kosten in aller Regel zu 100% ersetzt.

Außerdem ist von allen Patientinnen im Falle eines Krankenhausaufenthaltes pro Aufenthaltstag ein bestimmter Betrag zu entrichten, um die Kosten der Verpflegung zu bezahlen.

Mitversicherung von Familienangehörigen

In Österreich haben versicherte Personen und deren Familienangehörige Anspruch auf Leistungen. Dies betrifft:

  • Ehegattinnen
  • eingetragene PartnerInnen
  • unter bestimmten Voraussetzungen Personen in Lebensgemeinschaften
  • Kinder
    • bis 18 Jahre
    • die keiner beruflichen Tätigkeit nachgehen bis 21 Jahre
    • die sich in einer Ausbildung befinden bis 26 Jahre

EhegattInnen, eingetragene PartnerInnen und LebensgefährtInnen in Familien mit Kindern und Kinder selbst können kostenlos mitversichert werden.

HINWEIS:
Eine besondere Regelung gibt es für kinderlose Paare. Für sie ist die Mitversicherung kostenpflichtig.

Was leistet die gesetzliche Pflichtversicherung

Die Versicherten und ihre Familienangehörigen haben Anspruch auf medizinische Versorgung. Diese wird in erster Linie durch praktische ÄrztInnen, FachärztInnen oder ZahnärztInnen, die einen Kassenvertrag haben erbracht. Um herauszufinden welche ÄrztInnen einen Vertrag mit der Krankenkasse haben liegt in jedem Bundesland ein Verzeichnis der VertragsärztInnen bei der jeweiligen lokalen Krankenkasse auf. Im Internet bietet die Ärztekammer eine online Ärztesuche an.

Meistens werden die von ÄrztInnen verschriebenen Medikamente in Apotheken ausgegeben. Am Land kommt es auch vor, dass die ÄrztInnen selbst die Medikament über Hausapotheken ausgeben. Dafür muss die Rezeptgebühr in Höhe von € 6 (2018) pro Medikament entrichtet werden. Für niedrige Einkommen ist eine Befreiung von der Rezeptgebühren möglich. Zusätzlich werden für die E-card (Sozialversicherungskarte) jährlich € 11,70 (2018) eingehoben. Doch auch davon gibt es Ausnahmen, wenn es sich um niedrige Einkommensbezieher handelt.

Entgeltfortzahlung bei Krankheit

Eine weitere Leistung der Sozialversicherung ist die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. In erster Linie soll die Entgeltfortzahlung die finanziellen Folgen einer nicht selbst verschuldeten Krankheit lindern. Doch dieser Anspruch gilt nur bis zur zwölften Krankenstandswoche. Zwar zahlt die zuständigen Krankenkasse darüber hinaus das Krankengeld aus. Allerdings werden dann nur noch rund 50%, bei langer Krankheit bis zu 60%, des letzten Gehalts ausbezahlt.

HINWEIS:
Hat ein ArbeiterIn einen Arbeitsunfalls oder eine Berufskrankheit besteht der Anspruch auf Entgeltfortzahlung ohne Rücksicht auf andere Zeiten einer Arbeitsverhinderung für die Dauer von bis zu acht Wochen pro Anlassfall. Hat das Arbeitsverhältnis ununterbrochen 15 Jahre gedauert hat erhöht sich der Anspruch darüber hinaus auf zehn Wochen. Bei Angestellten erhöht sich der Entgeltfortzahlungsanspruch von sechs auf höchstens acht Wochen.

Pflegegeld bei Pflegebedürftigkeit

Das Pflegegeld ist eine Leistung der gesetzlichen Pflichtversicherung. Es ist in erster Linie für Menschen gedacht, die wegen einer Krankheit oder Behinderung dauerhaften gepflegt werden müssen. Je nach Pflegebedürftigkeit werden sieben verschiedene Pflegestufen unterschieden. Wichtig ist, dass das Pflegegeld bei der zuständigen Krankenkasse beantragt werden muss.

Quelle: Migration.gv.at – Leben und Arbeiten in Österreich

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